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strassensperren.

2010/12/14

Am Sonntag stand ich einigermassen müde am Bahnhof Basel. Dass es jetzt genau der Bahnhof Basel war, spielt dabei an und für sich keine Rolle, genau so gut hätte es Zürich, Bern, Lausanne oder irgendeine weitere Stadt in der Schweiz sein können, der Ort war wirklich egal. Dass ich einigermassen müde war, ist auch nicht weiter beachtenswert, obwohl es einen natürlich immer etwas ungnädiger daherkommen lässt.

Wie auch immer, ich stand also einigermassen müde am Bahnhof Basel. Der ist ja nun so aufgebaut, dass man die Gleise von oben her erreicht, über eine Treppe, oder, für die Gehfaulen, eine Rolltreppe. Da ich mich nicht so richtig in der Laune fühlte, zu gehen, befand ich, dass es eine einigermassen elegante Sache sei, sich kurz hinunterfahren zu lassen, also stand ich auf die Rolltreppe. Kaffee in der einen Hand, Koffe in der anderen, so ging’s hinab. Vor mir einige Leute, ich schätzte sie auf ältere Semester, an sich unauffällig und ruhig. Das blieben sie auch, ruhig. Wer noch ruhiger ist, ist tot. Als nämlich die Rolltreppe an ihr Ende gelangte, da gingen die lieben Menschen nicht einfach einige Schritte nach vorn, nein, sie nahmen genau den kleinen Hüpfer auf das sichere, da unbewegliche Metall. Und blieben da stehen, seelenruhig, sprachen miteinander, schauten sich neugierig in der Bahnhofshalle um, nahmen unter Umständen sogar einen tragbaren Grill hervor und brieten sich Würste.

Ich unterdessen kam der kleinen Gruppe immer näher, etwas skeptisch, ob sie denn vielleicht noch Platz zu machen gedachten, ich fuhr also nach unten, eine Augenbraue in die Höhe gezogen, mich schüchtern räuspernd und leicht mit meiner Kaffeehand gestikulierend, so, als möchte ich etwa Mücken verscheuchen. Ohne Effekt, die netten Zeitgenossen hatten sich da schon längst häuslich niedergelassen, wären sie nicht zu alt dafür gewesen, hätten sie wohl schon Kinder gekriegt, da am Fuss der Rolltreppe. Es kam, wie es kommen musste, ich entschied mich für “Augen zu und durch”, entfaltete ungeahnte Prellbock-Fähigkeiten und sprengte das Grüppchen auseinander. Den einen oder anderen Kollateralschaden musste man da selbstverständlich in Kauf nehmen, ich schaffte es aber, grösseres Blutvergiessen zu vermeiden, worauf ich immer noch stolz bin.

Aber dennoch frage ich mich hin und wieder, warum das an jedem Bahnhof immer und immer wieder passiert. Karma, wahrscheinlich.

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