
launisch.
2010/11/26Es muss am Mond liegen, irgendwie. Ich glaube, am Sonntag war Vollmond, vielleicht auch Neumond, auf jeden Fall irgend ein Mond und ich hab schlecht geschlafen. Stimmt nicht, geschlafen hab ich tief und fest, in Folge des einigermassen anstregenden Samstagabends, ich glaube, ich hab gerade noch mitgekriegt, wie mein Kopf und mein Kissen sich begegneten, dann war ich weg, also, am Sonntag jetzt wieder, als ich eben so müde war. Geschlafen hab ich also tief, nur hab ich unsäglichen Mist geträumt, was dann wiederum Montags zu ziemlich gerädertem Aufwachen führte und so kann ja die Woche nun doch nicht anfangen. Die Woche selbst kümmerte sich natürlich genau einen feuchten Dreck darum, was sie darf und was nicht und begann einfach dennoch – vielleicht sogar aus Trotz.
Und wie das so ist, von einem Montagmorgen, an dem man sich bereits auf dem Zahnfleisch aus dem Haus begibt, erholt man sich nur schwer. Auch drei Tage später fühle ich mich irgendwo auf der Schwelle zum Greisenalter, ich schätze, mit meinen Augenringen könnte ich zu Halloween kleine Kinder erschrecken gehen. Also verbringe ich die Tage im Dämmerzustand, stolpere vor mich hin, gebe nichtssagende Antworten auf nicht gestellte Fragen und fühle mich fiebrig, ohne wirklich Fieber zu haben. Hach, Müdigkeit.
Im Zug dieser Müdigkeit schaffte ich es dann heute Morgen, meinen Ipod zu vergessen. In der Wohnung, nicht in einem Bus oder in der Bäckerei meines Vertrauens, immerhin. Dennoch, es nervte. Man merkt erst, wie nötig man Musik hätte, wenn sie nicht verfügbar ist. Im Normalzustand bin ich fähig, mir liebe Songs aus dem Gedächtnis abzurufen und beinahe eins zu eins zu hören. Aber das ist ja momentan nicht Normalzustand, das ist Müdigkeitsland, hier gelten andere Gesetze, bizarre, den Naturwissenschaften nicht untertane, blöde Gesetze für die leicht angeblödeten Müden dieser Welt. Wie auch immer, ich verbrachte den Tag in Stille (nicht in Ruhe, um einen Tag in Ruhe zu verbringen, muss ich nicht zwingend keine Musik haben) und leichter Angeschissenheit. Was schreibe ich, ich kam mir vor, wie ein Süchtiger, knapp konnte ich meine körperlichen Entzugserscheinungen mit meinem persönlichen Methadon Kaffee überdecken (hier tue ich dem Kaffee unrecht, diesem – falls gut gemacht – besten aller möglichen Getränke) und so Schlimmeres vermeiden.
Ja, seltsam sind sie, die Wochen, welche man in konstant komatösem Zustand verbringt. Aber auch sie gehen vorbei. Und manchmal verleitet einen die Müdigkeit sogar dazu, Dinge zu sagen, die man auch so meint, sonst aber vielleicht aus Höflichkeit oder falscher Scheu nicht sagen würde. Hat ja auch was.
Schön geschrieben und mir geht es auch manchmal so, mit der Ausnahme, dass ich trotz allem keinen Kaffee trinke, weil ich genau weiß, dass das meinen Schlafrhythmus erst recht zerstören wird. (Ich bin absolut koffeinunresistent)
Dein Blog ist übrigens in meinen Reader gelandet und er wird auch so schnell nicht da rausgeworfen. Freue mich schon auf neue Schreibergüsse.
(Der Eintrag “Vermisst” vom 7.07.09 ist übrigens einer meiner Lieblingsblogposts von allen Blogs, die ich lese. Echt wahr. Ich habe ihn auch mit einem Lesezeichen markiert und lese ihn hin und wieder sehr gerne)
da schreibt man zum vergnügen seine alltäglichen gedanken nieder und dann sagen einem leute, dass sie das gern lesen und man freut sich. und wenn aber jemand dann sagt, ein text sei “einer meiner lieblingsblogposts von allen blogs, die ich lese”, dann sitzt man nur so da und denke “whoa! wie schön!” und der tag ist gerettet. danke!